Dialog und Trainer und Schiedsrichter

Einhelliger Wunsch: Mehr Kommunikation
Fußball-Kreisverband hatte Trainer und Schiedsrichter zum Dialog eingeladen
Etliche Male musste sich das Sportgericht des Fußball-Kreisverbandes Peine mit Tätlichkeiten befassen: Gegenüber Schiedsrichtern, Gegenspielern, Zuschauern, Trainern und Ordnern. Immer ist es dann zu spät, um dieses Ärgernis zu verhindern.
Dem will der Verbands-Vorstand vorbeugen. Dazu hatte er die Vereine zum Dialog eingeladen. Beim ersten Treffen im vergangenen Jahr kam der Vorschlag, dass sich Schiedsrichter und Trainer treffen sollten, um miteinander zu sprechen und zu überlegen, wie Eskalationen verhindert werden können. Das wurde jetzt umgesetzt –„ mit guten Ergebnissen“, wie der stellvertretende Verbands-Chef Karsten Wolff fand.
42 Trainer beziehungsweise Vereinsvertreter diskutierten in fünf Gruppen, denen auch jeweils ein Schiedsrichter zugeordnet war. Fazit: Es gibt viele kleine Schritte, die zu mehr Fairness führen können. Aber alle Gruppen betonten, dass das Gespräch zwischen Schiedsrichter beziehungsweise Schiri-Gespann und den Trainern beider Mannschaften vor einem Spiel viel zum Verständnis untereinander beitragen kann. Es sollte allerdings ohne Zeitdruck erfolgen. „In unserer Gruppe wurde viel diskutiert, und immer ist das gleiche Wort gefallen: Kommunikation“, sagte zum Beispiel Dennis Slodczyk, Trainer des Kreisligisten Fortuna Oberg.
Was Trainer zur Deeskalation beitragen können, war eine der Fragen, über die gesprochen wurde. Fairplay-Werte vermitteln, respektvoller Umgang – kurz: Anständiges Benehmen gehören dazu. Einen überdrehenden Spieler rechtzeitig vom Platz zu nehmen war eine weitere Empfehlung. Für das Erlernen, Emotionen im Griff zu behalten, hatte Slodczyk einen praktischen Rat: „Ich pfeife in Trainingsspielen öfter mal absichtlich falsch.“
Wolff und Frank Stephan (Vorsitzender des Kreis-Jugendausschusses), die das Treffen organisiert hatten, bewerteten es sehr positiv. „Wichtig war mir bei diesem Dialog, dass wir die Trainer und die Schiedsrichter näher zusammenbringen. Dieses ist uns sicherlich ein Stückweit gelungen, denn mit dem Verlauf und den Ergebnissen aus den Gruppen bin ich sehr zufrieden“, bilanzierte Wolff. Die Ergebnisse will er zusammen mit Stephan sichten, auflisten und bei der sportpraktischen Arbeitstagung am 26. Februar den Vereinsvertretern vorstellen.
Nico Metzing, Vorsitzender des Kreis-Schiedsrichterausschusses, versprach den Trainern: „Den Wunsch nach mehr Kommunikation werde ich mitnehmen und an die Schiedsrichter weitergeben.“
Matthias Preß
Impressionen vogm Trainer - Schiedsrichterdialog



