29.09.2017

PERSONAL-NOT: AUSSCHUSS STREICHT SCHIRI-ASSISTENTEN FÜR DIE KREISLIGA

Der Schiedsrichter-Ausschuss hat sich aus der Not heraus dazu entschieden, ab dem 2. Oktober auch Kreisliga-Partien nicht mehr mit Schiri-Assistenten zu besetzen, die an der Seitenlinie unter anderem Abseits winken. Denn: Bei Peines Schiris herrscht akuter Personalmangel. Die Zahl ist auf 107 gesunken.

Die Entscheidung fiel nach der jüngsten außerordentlichen Sitzung des Peiner Schiri-Ausschusses. Das Dilemma der pfeifenden Peiner Zunft lässt sich an Zahlen erahnen. 96 Schiris brauchen die Ansetzer, um einen regulären Spielbetrieb am Wochenende so zu besetzen, dass jeder Unparteiische nur einmal im Einsatz ist. „Wir haben aber insgesamt nur 107 Schiedsrichter. Und circa 20 fehlen an jedem Wochenende zum Beispiel wegen ihres Studiums, ihrer Ausbildung, weil sie krank sind oder selber ein Fußball-Spiel bestreiten wollen“, erläutert Schiri-Boss Volker Veckenstedt. Zum Glück seien einige seiner Kollegen aber auch zu Mehrfach-Einsätzen bereit. Morgens Jugend-Partien, nachmittags Erwachsenen-Spiele – so werden Löcher gestopft. Doch für Assistenten in der Kreisliga reiche es nun einfach nicht mehr. Anzeige Mit einem Lehrgang im August für Schiedsrichter-Anwärter hatten Peines Schiris gehofft, ein paar Lücken füllen zu können. Doch: „Interessiert haben sich rund 40 für den Lehrgang, angemeldet haben sich tatsächlich dann nur 11 – und nur 5 haben die Prüfung bestanden“, bedauert Veckenstedt, der froh ist, dass sich einige Teilnehmer aber noch zur Nachprüfung angemeldet haben. Trotzdem: Es bleiben zu wenige Schiris. „Wir brauchen Nachwuchs, deshalb wollen wir auch die Vereine wachrütteln und an ihre Vernunft appellieren, dass sie uns dabei helfen“, sagt Veckenstedt. Der Assistenten-Abzug für die Kreisliga gilt zunächst bis zum Jahresende. Mit einem weiteren Anwärter-Lehrgang Anfang des kommenden Jahres will der Ausschuss Erste-Schiri-Hilfe leisten und hofft auf Besserung. Gelingt das nicht, „werden wir auf Dauer vielleicht auch die 2. Kreisklasse und die 1. Kreisklasse nicht mehr mit Schiris besetzen können“, befürchtet Veckenstedt. Dabei gebe es gute Gründe, Schiedsrichter zu werden, betont Peines Schiri-Boss. Unter anderem können sich Jugendliche ihr Taschengeld aufbessern. Und: „Man muss Entscheidung treffen, das stärkt die persönliche Entwicklung. Schiedsrichter erhalten zudem freien Eintritt zu Fußball-Spielen von der Kreisebene bis zur Bundesliga“, wirbt Veckenstedt, der aber auch gut nachvollziehen kann, wenn sich Schiris zurückziehen, weil sie an der Seitenlinie angepöbelt wurden. „Manchmal ist der Job undankbar, wir hatten gerade erst wieder zwei Verhandlungen, weil junge Schiedsrichter von Zuschauern und Betreuern zur Socke gemacht wurden. Dass wir immer weniger Schiris haben, daran sind auch die Zuschauer, Betreuer und Trainer mitschuldig“, gibt Veckenstedt zu bedenken.

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Seite zuletzt aktualisiert am: 10.10.2017